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Einladung zum Vorstellungsgespräch I Vorbereitungen I Tipps I Online Recherchen - Virtueller Ruf I Die ersten 7 Sekunden... I Fragen des Personalchefs I Ratgeber I Das solltest du vermeiden!

 

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Nach deiner Bewerbung hast du eine Einladung zum Vorstellungsgespräch erhalten? Herzlichen Glückwunsch, die erste Bewerbungshürde ist geschafft. Nun solltest du dich auch gründlich auf dein Gespräch mit dem Personalmanager vorbereiten.

Wenn du mehrere Einladungen hast, solltest du versuchen, die Gespräche mit den Unternehmen zuerst zu führen, an denen du etwas weniger interessiert bist. So kannst du ruhiger in die Gespräche gehen und sie im Mißerfolgsfall als Übung abbuchen.

Die Vorbereitungen

Inzwischen ist es kein Tabu-Thema mehr in Deutschland: Die Online-Recherchen des Personalmanagers des Unternehmens über die Bewerber. Jeder, der zum Vorstellungsgespräch eingeladen wird, sollte wissen, was über ihn im Internet veröffentlicht ist - denn Personalmanager konfrontieren den Bewerber mit Fragen auch gerne damit. Da zeigt sich, wer eine gestandene Persönlichkeit ist und dazu stehen kann.

Ob geschäftlich oder privat - dein Virtueller Ruf (Online-Recherche) eilt dir voraus und kann in manchen Situationen beim Vorstellungsgespräch oder bei wichtigen Entscheidungen teils unangenehme Auswirkungen haben. Mit Hilfe von Suchmaschinen ist es heute für jedermann ein leichtes Spiel, private Dinge über die, für ihn interessante Person heimlich herauszufinden - das sogenannte Ausgoogeln. Das Internet gibt bereitwillig Auskunft.

Immer mehr Surfer geben freiwillig Informationen über ihr Privatleben preis: Auf Sozialnetzwerken, auf Portals, die zum Beispiel darauf spezialisiert sind, Leute zu bestimmten Themengebieten zu finden, etc. Die dabei gemachten Angaben landen gleich in den Treffern einer Web-Suchabfrage. Nur blöd, wenn sich der Personalmanager des zukünftigen Arbeitgebers damit beschäftigt. In mancher Branche kann es deshalb zu kommentarlosen Absagen kommen. Das trifft auch zu, wenn du deine Meinungen zu Themen ins Netz stellt, die unvorteilhaft für deine spätere Karriere sind (Poletik, Rassismus, Rechtsextremismus, etc.). Natürlich entwickelt sich jeder Mensch und verändert teilweise auch seine Ansichten - je erwachsener er wird. Nur leider sehen das Personalmanager manchmal anders!

Gib also mal deinen Namen bei google ein ("Vorname Name") und schaue, welcher Virtueller Ruf dir vorauseilt!

Übrigens solltest du vor dem Schreiben einer Bewerbung oder einem Vorstellungsgespräch auch deinen möglichen zukünftigen Arbeitgeber ausgoogeln. Die Online-Recherche über deinen neuen Arbeitgeber lohnt sich. Wie ist das Unternehmen aufgebaut? Welche Chancen bieten sich dir? Was erzählen Mitarbeiter und Aussteiger in Online-Foren über das Unternehmen? Paßt du in die Unternehmenskultur? Kannst du dich mit der Unternehmensphilosophie identifizieren? Wenn du über all das Bescheid weißt, gehst du viel entspannter zum Vorstellungsgespräch - und das ist doch dein Ziel!

Das Vorstellungsgespräch

Die Bewertung einer Person erfolgt in den ersten 7 Sekunden, nachdem man sich gesehen hat. Entsprechend wichtig ist dein Auftreten zu Beginn eines Vorstellungsgesprächs. Beim ersten Zusammentreffen schaust du deinem Ansprechpartner in die Augen, begrüßt ihn mit einem festen Händedruck und der Nennung seines Namens: „Guten Tag, Herr Müller“ und stellst dich deutlich mit deinem Vor- und Nachnamen vor.

Pünktlichkeit: Wenn du zu einem Vorstellungsgespräch zu spät kommst, bist du gleich aus dem Spiel! Lieber eine halbe Stunde vor der Tür stehen, als schweißgebadet hineinstürmen.

Was der Händedruck verrät: Der Händedruck ist eines der vielen kleinen Signale, die wir innerhalb der ersten Sekunden an einem anderen Menschen wahrnehmen. Der Händedruck eines anderen beeinflusst, wie wir über ihn denken. Das haben Wissenschaftler nun auch wissenschaftlich belegt. Außerdem wurde festgestellt, wie lange der Händedruck dauerte und ob die Bewerber den Personalchef in die Augen schauten. Wie sich zeigte, erhielten Bewerber mit festem, kraftvollem Händedruck, der ein paar Sekunden dauert und mit lebhaftem Händeschütteln und Augenkontakt einherging, deutlich bessere Beurteilungen als Bewerber, die nur kurz und lasch die Hand reichten. Die Bewerber mit dem kernigen Händedruck waren zugleich auch sehr extravertiert und besaßen damit eine charakterliche Voraussetzung für beruflichen Erfolg.

Viele Frauen haben allerdings nur einen schwachen Händedruck oder geben zu kurz die Hand. Nach Ansicht der Wissenschaftler liegt das daran, dass Frauen allgemein weniger Kraft in den Händen haben und auch das Begrüßen mit Handschlag weniger gewohnt sind als Männer. Die Teilnehmerinnen waren dadurch jedoch nicht benachteiligt, denn sie erhielten fast genauso gute Beurteilungen wie Männer mit kräftigem Händedruck. Ein Grund dafür war, dass sie ihre Schwäche mit mehr Augenkontakt und anderen positiven Körpersignalen kompensierten. Hinzu kam, dass die Personalchefs offenbar gar keinen kräftigen Händedruck von weiblichen Bewerbern erwarteten. Wenn ihnen trotzdem eine Frau in männlicher Manier die Hand reichte, waren sie umso mehr überrascht und angetan, was sich in besonders positiven Beurteilungen niederschlug. Diese Teilnehmerinnen wurden sogar noch besser beurteilt als Männer mit einem kräftigen Händedruck.

Körperhaltung: Trotz Nervosität solltest du nicht auf der Stuhlkante sitzen und an den Fingernägeln knappern. Eine gerade, aber entspannte Haltung wirkt seriös und selbstsicher.

Zum Start des Vorstellungsgesprächs wird der Personalchef dich wahrscheinlich bitten, etwas über dich selbst zu erzählen. Das kannst du schon zu Hause gut üben. Spreche das, was du über dich zu sagen hast, auf's Band und höre dir selbst einmal zu. Das bedeutet nicht, dass du diesen kurzen Vortrag auswendig lernen sollst. Es hilft dir aber, sehr schnell zu merken, an welchen Stellen in deinem Lebenslauf du ins Stocken kommst, bzw. unsicher wirst.

Mit der richtigen Vorbereitung kannst du vermeiden, dass dein Vorstellungsgespräch zur emotionalen Achterbahnfahrt wird. Bist du gewappnet für Fragen dieser Art: "Was spricht gegen Sie als Bewerber für diese Stelle?" - "Warum sollten wir uns ausgerechnet für Sie entscheiden?" - "Welche Position streben Sie an, wenn Sie in einem optimalen Klima arbeiten können?". Sollte der Stresspegel nach oben schnellen, dir der Atem stocken, du sprachlos werden und auch deine Hände noch feucht werden - ja dann hat das was mit deinem Selbstbewußtsein zu tun! Es geht gar nicht darum, dass die Fragen ernsthaft ausdiskutiert werden sollen. Diese kreuzverhörähnliche Situationen, Überraschungen, unerwartete Fragen, bei denen der Bewerber das Gefühl hat, in die Ecke gedrängt zu werden und dort mutterseelenallein zu sitzen, sind darauf angelegt, zu erkennen, wie selbstbewusst du bist. Und solch ein natürliches Selbstbewußtsein (Nicht Arroganz!) kannst du dir beim besten Willen nicht in 1-2 Wochen vor dem Vorstellungsgespräch aufbauen! Deshalb lese nochmal nach: Wie solltest du dein Studium gestalten...

Seriöse Personalchefs wissen, dass es normal ist, wenn du als junger Bewerber nervös bist. Trotzdem solltest du in der Vorbereitung auf dein Vorstellungsgespräch darauf achten, keine Sätze auswendig zu lernen. Besonders sind Antworten furchtbar, die offensichtlich aus einem Bewerbungsratgeber heruntergeleiert werden, wie z.B., dass du zielstrebig, gewissenhaft und ehrgeizig bist - das möchte wirklich keiner mehr hören. Personalchefs wollen dich kennenlernen, wie du wirklich bist. Frage ganz einfach deine Freunde oder deine Familie, welche Fähigkeiten sie an dir besonders schätzen.

Der Personalchef wird gezielt bei dir nachfragen, ob du Fragen hast. Für die Bereitschaft des Personalchefs, nun deine Fragen zu beantworten, gibt es zwei Gründe: Erstens soll es für dich eine Chance sein, mehr über das Unternehmen und den künftigen Job, die Anforderungen, den Chef und die Kollegen zu erfahren. Außerdem wollen Personalchefs auf diese Art dich testen, wie groß dein Interesse an dem Job wirklich ist. Zweitens können sie so erkennen, ob und wie intensiv du dich auf das Gespräch und das Unternehmen vorbereitet hast. Am Inhalt deiner Fragen kann selbst ein ungeübter Personalchef schnell erkennen, ob du nur die Stellenanzeige oder auch die Webseiten des Unternehmens sowie einschlägige Fachartikel studiert hast. Unterschätze also nicht die Bedeutung deiner Fragen im Vorstellungsgespräch. Ca.80% aller Personalchefs halten sie für extrem wichtig!

Vielleicht hilft gegen deine Aufregung eines, dass du dir bewusst machst, dass Personalchefs eigentlich ganz harmlos sind und einfach nur in einem netten Gespräch den Bewerber kennenlernen und erfahren wollen, warum er für sie arbeiten will und welche Fähigkeiten er dafür mitbringt. Unbedingt zu vermeiden sind aber Lästereien über deine früheren Lehrer oder deinen Chef im letzten Praktikum.

Fragen nach Urlaub und Freizeitausgleich kommen im ersten
Gespräch nicht gut an.
Auf das Thema Gehalt hingegen solltest du dich vorbereitet haben. Informiere dich über Gehälter,
die für Berufseinsteiger in deiner Branche üblich sind. Berufsverbände, Internetseiten von Jobbörsen oder auch Gespräche mit Freunden und Bekannten, die in der Branche arbeiten, können dir einen realistischen Eindruck verschaffen. Pokere bei der Gehaltsfrage nicht zu hoch, verkaufe dich gleichzeitig auch nicht unter Wert. Übertreibungen in beide Richtungen hinterlassen bei den Personalchefs einen schlechten Eindruck.

WICHTIGER TIPP: Hast du dein Job-Interview gut überstanden, dann schicke noch am gleichen Tag eine Dank-Mail. Damit demonstrierst du dem Personalchef: Ich bleibe dran! Wenn du dich für das offene und kollegiale Gespräch bedankst, ist das ein Zeichen der Wertschätzung. Es muss aber authentisch sein!

Chemie ist wichtiger als Fachwissen! Knapp die Hälfte (42%) der durch die Beratungsgesellschaft Saaman Consultants befragten deutschen Führungskräfte gaben an, dass sie in Vorstellungsgesprächen in erster Linie darauf achten, dass die persönliche Chemie mit dem Bewerber stimmt. Dagegen stellten nur 31% die fachliche Qualifikation in den Vordergrund. Weiterhin wichtig: In zwei Dritteln der Vorstellungsgespräche fragen die Personaler, wie ein Bewerber konkrete Probleme in der ausgeschriebenen Stelle lösen würde.

Das solltest du vermeiden beim Vorstellungsgespräch:

> 30% aller Bewerber erscheinen ca.15Min. zu spät - 9% lassen sogar eine Stunde auf sich warten.

> 26% der Personaler haben schon erlebt, dass ein Bewerber im Job-Interview eine Gespräch am Handy angenommen hat

> 87% der Personaler bemängeln unangebrachte Kleidung, 43% kritisieren Respektlosigkeiten und eine schlechte Ausdrucksweise, 59% der Personaler finden generell, dass sich die Manieren der Bewerber in den vergangenen Jahren deutlich verschlechtert haben!

> 39% der Personaler erwarten ein Dankschreiben, 98% wären dabei mit einer kurzen E-Mail zufrieden. Aber nur 33% von Ihnen erhalten tatsächlich ein solches Feedback. (Quelle: FOCUS-CAMPUS: 25-2008)

BUCH-TIPP: Die 100 häufigsten Fragen im Vorstellungsgespräch. Richtig formulieren, verstehen, verhandeln. - von Hesse/Schrader. Immer wieder scheitern an sich qualifizierte Bewerber im Vorstellungsgespräch, weil sie auf die typischen Fragen der potentiellen Arbeitgeber nicht angemessen antworten können. Mit diesem Ratgeber kannst du dich in kürzester Zeit auf die 100 Fragen vorbereiten, die in Vorstellungsgesprächen am häufigsten gestellt werden. Die Bewerbungsprofis Hesse/Schrader zeigen kompakt und anschaulich, was sich hinter den jeweiligen Fragen verbirgt, was und wie du antworten kannst, welche Frage-Varianten es gibt.

Die Arbeit wird einen grossen Teil Ihres Lebens einnehmen, und Sie werden nur gute Arbeit leisten können, wenn Sie ihre Arbeit lieben. Also suchen Sie, bis Sie sie finden! Lassen Sie nie nach! Ansprache auf der Abschlussfeier an der Stanford University, 12. Juni 2005: Steve Jobs (*1955) ist einer der bekanntesten Persönlichkeiten der Computerindustrie. Er gründete und leitet den Computerhersteller Apple.

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